
Die Universitätsstadt und ehemalige Residenzstadt (bzw. Hauptstadt) der Grafschaft, des Herzogtums, des Großherzogtums, des Freistaates und des Landes Oldenburg (daher auch der Zusatz (Oldb) im Namen der Stadt) ist nach Hannover, Braunschweig und Osnabrück die viertgrößte Stadt sowie eines der Oberzentren des Landes Niedersachsen.
Oldenburg war bis zum 31. Dezember 2004 Sitz des Regierungsbezirks Weser-Ems, der zu diesem Zeitpunkt, wie auch alle anderen Regierungsbezirke in Niedersachsen, aufgelöst wurde. Seitdem ist Oldenburg Sitz einer Regierungsvertretung des Landes Niedersachsen.
Die nächsten größeren Städte sind Bremen, etwa 50 km östlich, Osnabrück, ca. 100 km südlich und Hamburg, um 175 km nordöstlich von Oldenburg. Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1945 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.
Oldenburg gehört seit April 2005 zur europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg, eine von insgesamt elf europäischen Metropolregionen in Deutschland.
Geografie
Oldenburg liegt in einer Niederung überwiegend am linken Ufer der Hunte, an der Mündung der Haaren, von der Huntemündung bei Elsfleth 23,5 km und von der offenen Nordsee ca. 90 km entfernt, im Zentrum des Oldenburger Landes im westlichen Niedersachsen.
Geschichte

Die Geschichte Oldenburgs beginnt mit dem Bau einer Wasserburg an einer Furt über die Hunte. Wer auf der Handelsstraße Bremen-Jever unterwegs ist, muss durch diese Furt, und somit auch durch die Burg. Der Graf erhebt einen Zoll, kann in Kriegszeiten diesen Durchgang aber auch versperren. Die Burg ist aber nicht nur Durchgangs-Station für Reisende, sondern auch Verwaltungs-Mittelpunkt der Grafschaft, und ihr Umland wird für viele Angehörige der Verwaltung bald zum Zuhause. 1108 wird diese Aldenburg erstmals urkundlich erwähnt. 1345 bekommt die im Schutz der Burg entstandene Siedlung, die mittlerweile Oldenburg heißt, von Graf Konrad I. von Oldenburg Bremisches Stadtrecht. Sie bekommt eine bessere Befestigung, der Graf sorgt für Schutz vor Räubern, und es geht wirtschaftlich aufwärts. 1448 wird Graf Christian von Oldenburg König von Dänemark.
1603 beginnt die Regierungszeit von Graf Anton Günther. Er lässt einen Teil der Burg im Barockstil umbauen und beginnt mit der Zucht von Pferden, die als "Oldenburger" Pferde schon bald in aller Welt begehrt sind. Außerdem kann der Graf die Stadt lange Zeit vor dem Grauen des dreißigjährigen Krieges bewahren, doch schließlich bewegt sich der Feldherr Tilly mit seinen Truppen auch auf Oldenburg zu. Plünderungen und Verwüstung drohen, doch Graf Anton Günther kann Tilly, dessen Truppen in Wardenburg ihr Lager haben, durch Verhandlungsgeschick und wertvolle Pferdegeschenke dazu bringen, wieder abzurücken..
Vor der Pest jedoch kann Graf Anton Günther die Stadt nicht bewahren: Trotz einer sogenannten Pestordnung fallen dieser Krankheit jede Woche 30 bis 40 Menschen zum Opfer. Im selben Zeitraum stirbt 1667 Graf Anton Günther und wird in der Oldenburger Lambertikirche bestattet. Da er keine ehelichen Nachkommen hat, wird Oldenburg dem nächsten männlichen Verwandten zugesprochen, dem König von Dänemark. Somit wird Oldenburg dänisch..
Nach dem Rückgang der Pest schlagen 1676 eines Tages drei Blitze gleichzeitig in Oldenburg ein. Die Stadt steht in Flammen und wird fast völlig zerstört. Weil ihre Bewohner weder versichert sind noch Hilfe von ihrer Regierung bekommen, bleibt vielen nichts anderes übrig, als zu Verwandten und Freunden außerhalb der Stadt und Region zu ziehen. Oldenburg verfällt samt Schloss, Kunstgegenstände jedoch werden nach Dänemark geholt. Der dänischen Krone liegt Oldenburg als Stadt offenbar nicht so sehr am Herzen, denn die Einwohner bekommen keine Hilfe, und der Wiederaufbau ist somit sehr mühsam und dauert Jahrzehnte. Die Einwohnerzahl sinkt bis Mitte des 18. Jahrhunderts auf 3.000. Als militärischer Vorposten ist Oldenburg für Dänemark offenbar von größerer Bedeutung, denn das Schloss wird auf Befehl der dänischen Krone zur Festung umgebaut: Die Oldenburger werden zum Bauen zwangsverpflichtet, und 60 Jahren später kann wenigstens der Betrieb des Schlosses wieder aufgenommen werden..

1815 wird Oldenburg im Zuge des Wiener Kongresses zum Großherzogtum erhoben. Drei Jahre später wird Oldenburg eine "Stadt I. Klasse" sowie Sitz eines Amtes, im heutigen Sinne also eine "Kreisfreie Stadt". 1833 "sinkt" sie vorübergehend wieder zur "Stadt II. Klasse" ab, bevor sie 1855 erneut "Stadt I. Klasse" wird..
1918 dankt der letzte Großherzog, Friedrich August, ab, und 1919 wird Oldenburg Hauptstadt des Freistaates Oldenburg. Während der Zeit des Nationalsozialismus 1933-1945 ist Oldenburg Gauhauptstadt im Bereich Weser-Ems unter Gauleiter Carl Röver. 1933 wird auch das Amt Oldenburg erheblich vergrößert und der neue Verwaltungsbezirk später als Landkreis Oldenburg bezeichnet. Von den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs bleibt Oldenburg als Verwaltungsstadt mit etwa 80.000 Einwohnern ohne nennenswerte Industrie weitestgehend verschont..
Durch die Aufnahme von etwa 42.000 Flüchtlingen nach Kriegsende überschreitet Oldenburg die Zahl von 100.000 Einwohnern und wächst zur Großstadt heran. Ein Jahr später, 1946, wird das Land Oldenburg auf Beschluss der englischen Besatzungsmacht Bestandteil des neuen Landes Niedersachsen, und Oldenburg Hauptstadt des "Verwaltungsbezirks Oldenburg", einer der damals acht Regierungsbezirke des Landes Niedersachsen..
1973 wird nach Abschaffung der Pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen die Carl-von-Ossietzky-Universität gegründet. Durch verschiedene Kreisreformen der 1970er Jahre wird der Landkreis Oldenburg verändert, und 1978 wird der Verwaltungsbezirk Oldenburg mit den Regierungsbezirken Aurich und Osnabrück zum Regierungsbezirk Weser-Ems vereinigt, dessen Hauptstadt Oldenburg wird. Trotz aller Verwaltungs- und Gebietsreformen bleibt Oldenburg in jenen Jahren stets eine kreisfreie Stadt. 1988 wird die Kreisverwaltung des Landkreises Oldenburg, die sich bis dahin in der Stadt Oldenburg befunden hatte, auf Beschluss des Kreistages nach Wildeshausen verlegt..
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Verkehr
Fernstraßen
Die Innenstadt ist von einem Autobahnring umgeben. Zu diesem gehören die Autobahnen A 28, A 29 und A 293.
Eisenbahn

Schiffsverkehr
Der Hafen der Stadt Oldenburg ist über den Küstenkanal als Binnenschifffahrtsstraße an das deutsche Binnenschifffahrtsnetz angeschlossen. Weiterhin verfügt Oldenburg über Hunte und Weser auch über eine seewärtige Zufahrt. Die Hunte, die von der Mündung in die Weser bis nach Oldenburg eine Seeschifffahrtsstraße ist, ist bis Oldenburg auch für kleinere Seeschiffe befahrbar.
Mit jährlich ca. 1,4 Mio. Tonnen ist der Oldenburger Hafen vom Umschlag her der zweitstärkste Binnenhafen Niedersachsens. Hauptumschlagsgüter sind Futtermittel, Getreide, Dünger und verschiedene Baustoffe (Steine, Kies, Sand).
Flugverkehr
Etwa 10 km entfernt von Oldenburg liegt der Flugplatz Oldenburg-Hatten. Der nächste größere Flughafen befindet sich in Bremen. Oldenburg selbst hat derzeit keinen eigenen Flughafen, nachdem der an der Alexanderstraße gelegene Militärflughafen geschlossen wurde. Über die zivile Nutzung dieses ehemaligen Flughafengeländes nach Weggang der Bundeswehr gibt es noch keine Einigung. Voraussichtlich wird auf dem Gelände ein Gewerbegebiet und ein Wohngebiet entstehen. Eine Nachnutzung als Flughafen ist nicht geplant. Von 1964 bis 1994 war auf dem Fliegerhorst das Jagdbombergeschwader 43 (JaboG 43) der Bundesluftwaffe stationiert.
ÖPNV

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Oldenburg wird von der VWG - Verkehr und Wasser GmbH Oldenburg mit über 90 (zum Teil mit Erdgastechnik ausgerüsteten) Niederflurbussen betrieben, wobei ein Teil der Kurse von der Tochtergesellschaft Nordbus sowie Subunternehmern bedient wird. Die VWG-Busse erschließen das gesamte Stadtgebiet auf 15 Stadtbuslinien, wobei die meisten Haltestellen im 15-Minutentakt bedient werden. Zusätzlich verkehrt bei Bedarf ein sogenanntes Anruf-Sammeltaxi vom Marschweg bzw. Ohmstede durch den Westen und Norden der Stadt, während die Linienbusse alle über die Oldenburger Innenstadt verkehren. In der Nacht von Samstag auf Sonntag fahren ab Lappan vier Nachtbuslinien, die vom Nordbus-Fahrpersonal gefahren werden und Nachtschwärmerbindungen nach Donnerschwee/Alexanderhaus (N 36), Ofenerdiek/Ofenerfeld (N 37), Universität/Bloherfelde (N 38) und Osternburg/Kreyenbrück (N 39) ermöglichen. Weitere regionale Buslinien von und nach Oldenburg werden von der Weser-Ems-Bus GmbH betrieben.
Die Stadt gehört dem Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen an. Private Busunternehmen bieten zudem regelmäßig Fahrten ins niederländische Groningen (Publicexpress) sowie in den Harz, nach Berlin und in den Teutoburger Wald (Fass-Reisen) an.
Fahrrad
Das Oldenburger Straßennetz ist mit begleitenden Fahrradwegen gut ausgebaut. Darüber hinaus bietet Oldenburg mitsamt seinem Umland ein Verkehrswegenetz für Fahrräder, das entlang der Hunte und in den Hunteniederungen (ein Wasserauffanggebiet für Hochwasser) Ausflugmöglichkeiten speziell für Fahrradfahrer bietet. Außerdem gibt es am Bahnhof zwei Fahrradstationen (am ZOB und auf der Südseite) und auf der, wo man Fahrräder zurzeit kostenlos abstellen kann. Man kann dort auch Fahrräder ausleihen und erwerben.
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